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Halbtagesfahrt nach Hemmingstedt

07.09.2017

Am 07. September diesen Jahres hatte der SoVD, Ortsverband Haddeby,

seine Mitglieder zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Auch

Gäste, die evtl. einmal Mitglied werden wollen, waren herzlich eingeladen.

Die Halbtagesfahrt führte uns mit dem Busunternehmen Firma Will nach

Hemmingstedt in Dithmarschen zu einer Tomaten- und Paprikaplantage.

Es steht hier das größte Paprika-Gewächshaus Deutschlands.

Außerdem ist es die größte Gewächshausanlage in Schleswig-Holstein.

Das Paprika-Gewächshaus hat eine Länge von 230 m und eine Breite von

255 m.

Das Tomaten-Gewächshaus hat eine Länge von 205 m und eine Breite von

275 m. Außerdem gibt es noch eine Betriebshalle, wo die Produkte

sortiert, verpackt und gelagert werden. Das gesamte Gelände hat eine

Größe von ca. 15 ha, das entspricht die Größe von 17 Fußballfeldern. Die

Anlage ist vollgestopft mit Hightech.

Anfang des Jahres werden ca. 400000 Paprikapflanzen gesetzt. Sie sind

dann etwa 20 cm groß und bringen einen Jahresertrag von 1500 t. Die

veredelten Paprikas haben 2 Triebe und werden dann an gespannten

Bändern ca. 4 m hochwachsen können. Jede Woche werden Nebentrie-

be beseitigt und die Triebe ums Band gewickelt. Da die Paprikas Selbst-

befruchter sind, braucht für die Befruchtung nicht gesorgt werden. An

Schädlingen treten Läuse und rote Spinnen auf, die meistens die Blätter

zerstören. Daher werden Wanzen als biologische Waffen eingesetzt, die

die Läuse und Spinnen vernichten. An einem Pflanzenstrang wachsen ca

23 Paprikaschoten von April bis November. Hauptsächlich werden rote

und gelbe Paprikas geerntet, aber nur ganz wenige orangefarbene und

grüne. Die Produktion im Tomaten-Gewächshaus läuft ähnlich wie bei

den Parikapflanzen. Anfang des Jahres werden ca. 200000 veredelte To-maten gesetzt. Auch diese Pflanzen haben 2 Triebe. Die Seitentriebe

werden wöchentlich herausgebrochen. Auch hier werden für die Beseiti-

gung von Schädlingen wieder Wanzen eingesetzt. Anders als bei den

Paprikapflanzen werden für die Bestäubung der Tomatenpflanzen tausen-

de von Hummeln eingesetzt. Diese werden ebenso wie die Pflanzen aus

Holland bezogen. Angebaut werden Strauchtomatenund Cherry-Strauch-

tomaten . Die Tomatenernte ist von April bis November und bringt einen

Ertrag von ca. 3000 t. Die Tomaten-pflanzen werden bis zu 12 bis 15 mtr.

lang. Modernste Computertechnik sorgt dafür, daß die Tomaten- und

Paprikapflanzen über sogenannte Nährstoffmatten mit der optimalen

Menge Regenwasser und Dünger versorgt werden.

Das Regenwasser wird in eigens dafür angelegte Regenwasserbecken

aufgefangen. Über Sensoren wird die Temperatur in den Gewächshäu-

sern geregelt. Ab November werden beide Gewächshäuser geräumt,

komplett gewaschen, desinfiziert und wieder neu eingerichtet. Abnehmer

dieser Früchte sind die uns bekannten Lebensmittelketten. Durch die

Nähe zur Shell-Raffinerie kann aus dem Fernwärmenetz sehr günstig die

Fernwärme bezogen werden. Die Wärme wird mittels ca. 70 Kilometern

Heizungsrohren innerhalb des Glasgebäudes verteilt. Im Schnitt ver-

braucht das Gewächshaus 1200 Megawattstunden Wärme pro Woche.

Diese Menge würde für 600 Einfamilienhäuser ein ganzes Jahr ausrei-

chen.

In einem Hofcafe in unmittelbarer Nähe wurden dann Kaffee und Kuchen eingenommen.

Weitere Informationen zum Sozialverband erteilen Ihnen gerne:

Herr Walter Kollhorst aus Jagel (Tel. 04624-8735) oder

Herr Ernst-August Fürst aus Busdorf (Tel. 04621-31052).

 

Fotos hierzu von Walter Kollhorst siehe Fotogalerie