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Sozialverband Haddeby feiert 70-jähriges Jubiläum

05.11.2019

Zum 70 jährigen Jubiläum des Ortsverbandes Haddeby konnte Vorsitzender Walter Kollhorst über 70 Mitglieder und Gäste im Restaurant und Cafe „Quellental“ in Selk begrüßen. Er war erfreut, dass so viele Mitglieder der Einladung zu dieser Jubiläumsfeier gefolgt waren. Die Landesvorsitzende Frau Jutta Kühl konnte aus terminlichen Gründen leider nicht an dieser Veranstaltung teilnehmen. Ebenso konnte der Kreisvorsitzende des Kreisverbandes Schleswig-Flensburg, Herr Uwe-Dieter May, aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei sein. Stellvertretend für den Kreisverband überbrachte die Frauensprecherin Frau Monika Klatt die Grüße und Glückwünsche. Herzlichst begrüßt wurden der Amtsvorsteher des Amtes Haddeby und Bürgermeister der Gemeinde Fahrdorf, Herr Frank Ameis, der Bürgermeister der Gemeinde Busdorf, Herr Kay-Michael Heil, der stellv. Bürgermeister der Gemeinde Jagel, Herr Karl-Heinz Dahm sowie der Vorsitzende des Ortskulturringes Busdorf, Herr Knud Hansen. Nicht teilnehmen konnten aus privaten, beruflichen und gesundheitlichen Gründen die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Gemeinden Selk, Borgwedel, Geltorf, Dannewerk und Lottorf sowie die Vorsitzenden der Ortskulturringe Selk, Fahrdorf und Jagel. Ebenso wurde Pastor Chwastek herzlich begrüßt, der später dazu kam.

Kollhorst ging in seiner Begrüßungsrede auf die Entstehung des jetzigen Ortsverbandes ein.

Der SoVD ist ein gemeinnütziger Verband, der sich zum Ziel gesetzt hat, ein Höchstmaß an sozialer Gerechtigkeit zu erreichen. Durch seine Arbeit hilft er Rat suchenden Menschenin allen sozialen Angelegenheiten zu helfen. Im Jahre 1917 wurde anlässlich der Kriegsversehrten und Kriegsopfern des 1. Weltkrieges der Reichsbund gegründet. Schon damals hatten die Organisatoren und Gründer dieser Institution gegen erhebliche Widerstände zu kämpfen. Sie traten nicht nur für eine umfassende Versorgung der Opfer des 1. Weltkrieges ein, sondern insgesamt für den Aufbau einer sozialen und solidarischen Gesetzgebung. Bereits 5 Jahre später waren über 800000 Mitglieder im Verband organisiert. Nach der Machtüber-nahme durch die Nationalsozialisten war ein Eigenleben des Verbandes nicht mehr möglich. Um der vollständigen Überführung in eine NS-Organisation zuvorzukommen, löste sich der Verband im April 1933 auf. Viele Funktionäre im Reichsbund waren bereits der Verfolgung ausgesetzt. Im November 1946 wurde, nachdem die Vorbehalte der Besatzungsmächte gegen Kriegsopferorganisationen ausgeräumt waren, der Sozialverband Reichsbund in Hamburg neu ins Leben gerufen. Damit konnte die sozialpolitische Arbeit wieder aufgenommen werden. Der Name Reichsbund wurde aus erfolgreicher Tradition und aus Gründen der Identifikation beibehalten. Es war eine große Aufgabe, den Kampf gegen soziale Not und Ungerechtigkeit aufzunehmen. Als 1949, also vor 70 Jahren, die Bundesrepublik Deutschland gegründet wurde und das Grundgesetzt in Kraft trat, legte der Sozialverband Reichsbund dem Bundestag den Entwurf eines Gesetzes über die Versorgung der Opfer des Krieges vor. Es trat somit das Bundesversorgungsgesetz in Kraft.

Am 29. November 1949 wurde der erste Ortsverband im Amt Haddeby gegründet. In allen Gemeinden im Amt Haddeby wurden dann eigenständige Ortsverbände gegründet. Sie nannten sich: Sozialverband Reichsbund der Kriegs- und Zivilbeschädigten, Sozialrentner und Hinterbliebenen Ortsverband …….

Anfang der 50er Jahre wurden die Mitglieder in den Ortsverbänden gebeten, zu den Mitgliedsbeiträgen noch einen Groschen für ein Kriegsgefangenenpaket zu spenden. Alle vier Monate wurde so ein Paket an die Kriegsgefangenen verschickt.

1976 erfolgte der erste Zusammenschluss von Ortsverbänden im Amt Haddeby. In Borgwedel/Stexwig war die Mitgliederzahl auf 4 gesunken. Es konnte kein Vorstand mehr gebildet werden und so bat man um Aufnahme in den Ortsverband Fahrdorf. Dieser zählte damals 44 Mitglieder. Aber auch hier gingen die Mitglieder-zahlen zurück. Bereits im Jahre 1982 waren es nur noch 23 Mitglieder. Von den vielen Personen und Namen in den Ortsverbandsvorständen ist stellvertretend Jürgen Hagge aus Busdorf zu erwähnen. Er war selbst Kriegsversehrter und von 1956 bis 1988 Vorsitzender des Reichs-bundes Busdorf. Nach 32 Jahren legte er aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder und übergab seinem Nachfolger Georg Schultz 39 Mitglieder.

Die Mitgliederzahlen in den einzelnen Ortsver-bänden gingen weiter zurück und so erfolgte 1990 der Zusammenschluss der Ortsverbände Geltorf und Selk. 1993 schlossen sich die Ortsverbände Jagel/Lottorf und Busdorf dem Ortsverband Geltorf/Selk an. Bereits 2 Jahre später folgten Fahrdorf/Borgwedel. Im Jahre 1995 wurde auf einer Bundesversammlung eine Kurzfassung des Verbandsnamens beschlossen. Er nannte sich nun Sozialverband Reichsbund e.V.

Da nun alle Ortsverbände in den Gemeinden des Amtes Haddeby sich dem Ortsverband Geltorf/Selk angeschlossen hatten, wurde auf einer Mitgliederversammlung im Jahr 1996 beschlossen, den Ortsverband umzubenennen. Ab sofort lautete der Name: Sozialverband Reichsbund e.V. Ortsverband Haddeby.

Der Verband zählte nun 77 Mitglieder und wählte Maike Schulze, heute Feddersen, zur 1.Vorsitzenden.

In den 90er Jahren wurden die Mitgliedsbeiträge noch bar von den Kassierern einkassiert. Und es wurden Beitragsmarken in die Mitgliedsbücher geklebt.

Bereits 1999 erfolgte eine weitere Umbenennung. Der Sozialverband Reichsbund e.V. wurde in den heutigen Namen „Sozialverband Deutschland e.V.“ umbenannt. Auch unser Ortsverband erhielt einen neuen Namen und heißt seitdem Sozialverband Deutschland e.V. Ortsverband Haddeby.

Von Januar 1987 bis Februar 1993 war der jetzige Vorsitzende Walter Kollhorst 2.Vorsitzender des Reichsbund Ortsverbandes Jagel/Lottorf und ist seit 19 Jahren 1. Vorsitzender des SoVD – Ortsverbandes Haddeby. Bei seiner Amtsübernahme zählte der Ortsverband 88 Mitglieder. Im Jahr 2010 hatten wir ca. 400 Mitglieder und heute sind es 670 Mitglieder. Diese Zahlen zeigen, wie unsicher die hilfesuchenden Menschen in der Sozialpolitik sind. Keiner steigt mehr durch und die Politik schürt immer neuere Gesetze. Um so mehr sind wir gefordert, dagegen zu kämpfen. Es kann nicht sein, das die Sanierung der wirtschaftlichen Lage des Staates auf den Rücken der Rentner, Senioren und Schwachen ausgetragen wird. Mit Einführung des Euro ist es möglich, als Partner oder Familie Mitglied im Sozialverband zu werden.

Kollhorst dankt allen ehrenamtlich tätigen Mitgliedern, die seit 1949 in den Ortsverbänden tätig waren und sind.

Jeder Bürger im Amt Haddeby kann Mitglied im Ortsverband Haddeby werden. Nur wer Mitglied ist, kann auch die Hilfe und Unterstützung des Sozialverbandes in Anspruch nehmen.

Seinen Dank richtet Walter Kollhorst auch an den Kreisgeschäfts-führer Herrn Peter Salutzki sowie an die erfahrenen und kompetenten Mitarbeiterinnen der Kreisgeschäftsstelle, Frau Gabriele Ude, Frau Sabine Bock und Frau Michaela Rohr.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen gaben die Jugendbläser Haddeby eine Kostprobe ihres Könnens. Die anschließende Kaffeetafel rundete einen gelungenen Jubiläumstag ab.

 

Foto: Vorstand und Gäste (Foto Ch. Weiß)