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Altersarmut

22.02.2019

Altersarmut bei Rentnern höher als bisher bekannt

 

Die Armutsgefährdung im Alter wird mit 16 Prozent angegeben. Damit liegt sie im bundesdeutschen Durchschnitt. Doch neue Zahlen zeigen, wie groß die Unterschiede zwischen Rentnern und Pensionären sind. Eine Erwerbstätigenversicherung könnte dafür sorgen, dass alle in Würde den Ruhestand genießen können. Als armutsgefährdet gilt in Deutschland, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verdient. Insgesamt liegt die Armutsgefährdungsquote bei 15,8 Prozent. Besonders stark von Armut bedroht sind Alleinerziehende, Familien mit vielen Kindern und Menschen ohne Arbeit.

Im Jahr 2017 wies die Statistik für die Gruppe – Rentner und Pensionäre – eine Armutsgefährdungsquote von 16 Prozent aus. Damit lag sie am Durchschnittswert.

Jeder fünfte Rentner ist armutsgefährdet

Doch neue Zahlen zeigen jetzt andere Statistik auf. Der rentenpolitische Sprecher der Linkspartei, Herr Matthias Birkwald, beantragte eine Auflistung, wo die Rentner und Pensionäre getrennt betrachtet werden.

Dabei wird deutlich, wie sehr sich die finanzielle Situation dieser Gruppen voneinander unterscheidet. 19,5 Prozent der reinen Rentner-haushalte sind armutsgefährdet. Das ist fast jeder fünfte und damit deutlich über dem Durchschnitt.

Pensionäre stehen deutlich besser da

Pensionäre, also ehemalige Beamte, müssen dagegen kaum befürchten, nicht über die Runden zu kommen. Nicht einmal ein Prozent der Personen in einem Pensionshaushalt ist von Armut bedroht.

Dass Beamte im Alter deutlich besser dastehen als Rentenversicherte, ist kein Geheimnis. Die neuen Zahlen sind dennoch eine Aufforderung, über die Altersvorsorge nachzudenken. Matthias Birkwald plädiert daher für eine Erwerbstätigenversicherung, in die alle einzahlen.

Forderung nach Erwerbstätigenversicherung

Auch der SoVD macht sich für dieses Konzept stark. In seinem Papier zur Bekämpfung von Altersarmut fordert der Verband die Weiterent-wicklung der gesetzlichen Rentenversicherung zu einer Erwerbs-

tätigenversicherung. Eine Versicherungspflicht sei für alle Erwerbstätigen geboten, insbesondere für die politischen Mandats-trägerinnen und Mandatsträger, Beamtinnen und Beamte sowie die freiberuflichen Erwerbstätigen.

Diese Modell könnte gewährleisten, dass die Bezüge von Pensionären und Rentnern auf dem gleichen Niveau wären.

Quelle: SoVD Bundesverband